Einladung: Netzwerk Plurale Ökonomik zu Gast in Jena

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Anfang November werden zahlreiche Pluralos aus dem deutschsprachigen Raum nach Jena pilgern. Vom 02. bis 05. November findet nämlich die Jahrestagung und Mitgliederversammlung des Netzwerk Plurale Ökonomik in Jena statt. Wir als Lokalgruppe unterstützen die Organisation maßgeblich. Auch Interessierte sind herzlichst zur Teilnahme eingeladen.

Mehr Infos unter www.plurale-oekonomik.de

Im Rahmen der Jahrestagung und in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Thüringen laden wir auch zu drei öffentlichen Abendveranstaltungen ein. Eine Anmeldung bis 31.10. an kontakt@jena.plurale-oekonomik.de ist erforderlich, da die Teilnahmezahl begrenzt ist. Teilnehmende der Netzwerktagung sind automatisch für die Veranstaltung angemeldet.

+++ DONNERSTAG, 02.11. um 19:00 Uhr +++

GESPRÄCHSRUNDE: “Postwachstum – Perspektiven für eine Plurale Ökonomik” im Kolleg Postwachstumsgesellschaften
Mit Impulsvorträgen von:
Dr. Christoph Gran, Ökonom und aktiv im Netzwerk Plurale Ökonomik. Er beschäftigt sich u.a. mit (den Grenzen) makroökonomischer Modellierung von Postwachstum, dem Aufbau des Postgrowth Economics Network (PEN) und des Instituts für zukunftsfähige Ökonomien (ZOE).
Dr. Dennis Eversberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Kolleg ‘Postwachstumsgesellschaften’ und Prof. Dr. Tilman Reitz, Mitglied im AK Postwachstum und Lehrstuhlinhaber Wissenssoziologie und Gesellschaftstheorie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Das Kolleg Postwachstumsgesellschaften in Jena befasst sich aus einer spezifisch soziologischen Perspektive mit der Diagnose einer Krise moderner kapitalistischer Wachstumsgesellschaften. Vor dem Hintergrund einer multiplen Krise wird sich mit Fragen von Wachstumstreibern sowie mit möglichen Übergängen hin zu einer Postwachstumsgesellschaft befasst. Auch in der Pluralen Ökonomik (z.B. in der Ökologischen Ökonomik) wird sich mit Postwachstums-Perspektiven auseinandergesetzt.
An diesem Abend werden Wissenschaftler*innen aus beiden Kontexten ihre Perspektiven und aktuellen Forschungsprojekte kurz vorstellen. Im Fokus steht dabei ein lockerer Austausch und die gemeinsame Diskussion.

+++ FREITAG, 03.11. um 19:30 Uhr +++

DISKUSSION: “10 Jahre nach der Finanzkrise – Wo steht die (Plurale) Ökonomik?” im Kulturbahnhof Jena
Mit Impulsvoträgen von:
Lara Boerger, AK Plurale Ökonomik Leipzig
Felix Kersting, Was ist Ökonomie?, Berlin
Kristin Langen, MÖVE – Mehr Ökonomische Vielfalt Erreichen, Lüneburg
Zehn Jahre nach dem Höhepunkt einer der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit, scheint für viele Verantwortliche die Krise bewältigt. Zugleich scheint wenig ersichtlich, dass überhaupt ein gemeinsames Verständnis für die Ursachen existiert. Ist also diesmal alles anders oder die nächste schwere Krise nur eine Frage der Zeit?
Die Finanzkrise erschütterte insbesondere auch die Diziplin der Wirtschaftswissenschaften, die sich vermehrt den Vorwurf ausgesetzt sah, die Krise nicht vorhergesehen zu haben. Für die Bewegung um eine Plurale Ökonomik war es hingegen ein wirkmächtiger Impuls, im Zuge dessen an vielen Universitäten weitere Studierende-Initativen entstanden. Allein im deutschsprachigen Raum engagieren sich mittlerweile Studierende an über 30 Universitäten für Theorien- und Methodenvielfalt, Interdisziplinarität und mehr Reflexionen in der ökonomischen Lehre sowie allgemein für ein neues ökonomisches Denken. Die Kritik an einer einseitigen bzw. verengten ökonomischen Lehre wird dabei kontrovers debattiert.
Wir möchten daher einerseits zurückschauen und eine kritische Bestandsaufnahme vornehmen sowie zugleich einen Ausblick wagen. Insbesondere möchten wir diskutieren: Wo steht aktuell die Ökonomik? Hat sich tatsächlich etwas grundlegend geändert und wenn ja was? Welche Rolle spielt die Plurale Ökonomik? Und schließlich, wo liegen aktuelle Herausforderungen?

+++ SAMSTAG, 04.11. um 20:00 Uhr +++

VORTRAG: “Von pluraler zu transformativer Ökonomik? Welcher Pluralismus wird wie wirksam?” im Kulturbahnhof Jena
Florian Rommel, Cusanus Hochschule
Seit fünf Jahren steht die Forderung nach mehr Pluralismus in den Wirtschaftswissenschaften klar im Raum. Oft wird ihr entgegnet “Wir sind doch schon plural.” Höchste Zeit festzustellen, dass es um einen Plural der Pluralismen geht.
Dieser Vortrag bemüht sich um Orientierung und fragt nach sinnvollen Rechtfertigungen für und einem gute Maß an Pluralismus. Entwickelt wird ein Pluralismusverständnis das über die Erkenntnisebene hinaus auch die Handlungsebene mitdenkt. Das birgt Konsequenzen für Forschende, für Wissenschaftskultur und das Verhältnis von Wissenschaft zu Gesellschaft. “Transformative Wirtschaftswissenschaft” erkennt die Wirkung von Wissenschaft auf Gesellschaft an. Als unhintergehbar normative Wissenschaft stellt sich in ihrem Horizont die Frage, welcher Plural an Perspektiven bei konkreten Problemen ein Mitspracherecht haben soll.